Matineenprogramm FLORENZ

BSTGS_Lippi_A1_Plakat_596x842mm.inddWir freuen uns sehr, im offiziellen Rahmenprogramm der Ausstellung FLORENZ UND SEINE MALER: VON GIOTTO BIS LEONARDO DA VINCI, die vom 18.10.2018 bis 27.01.2019 in der Alten Pinakothek zu sehen ist, eine Reihe von Sonntagsmatineen präsentieren zu dürfen!

Während der Laufzeit der Ausstellung zeigen wir im Theatiner Film jeden letzten Sonntag im Monat einen ausgewählten Filmklassiker, dessen zentrale Handlung sich in Florenz zuträgt.

 

Zur Ausstellung:

FLORENZ UND SEINE MALER: VON GIOTTO BIS LEONARDO DA VINCI
Alte Pinakothek 18.10.2018 ‐ 27.01.2019
Mit rund 120 Meister­werken des 15. Jahrhunderts widmet sich die Ausstellung den bahnbrechenden Neuerungen der Kunst am Geburtsort der Renaissance und präsentiert das Schaffen der herausragenden Maler und ihrer Werkstätten. Hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen eröffnen facettenreiche Einblicke in die Ideen­welt und Arbeitsweise der Künstler.

Innovativ setzten sich die Maler im Florenz der Medici mit Themen, Formen und Techniken auseinander. Mit neuem Selbst­bewusstsein erforschten sie die Wirklichkeit und suchten nach den Gesetzen von Harmonie und Schönheit, sie zeichneten nach der Natur und studierten die Werke der Antike. So gewannen sie nicht nur für profane Bilderzählungen und Porträts, sondern auch für die Bilder der privaten und kirchlichen Andacht eine nie dagewesene Vielfalt künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten.

https://www.pinakothek.de/florenz

 

PORTRAIT OF A LADYSonntag, 28.10.2018 11:00 Uhr

PORTRAIT OF A LADY

USA/Großbritannien 1996 – 144 min. – 35mm – engl. m. dt. Untertiteln
Regie: Jane Campion
Buch: Laura Jones, basierend auf Henry James’ Bildnis einer Dame
Kamera: Stuart Dryburgh
Darsteller: Nicole Kidman, John Malkovich, Viggo Mortensen, Martin Donovan, Christian Bale, Barbara Hershey
Musik: Wojciech Kilar

Als die Amerikanerin Isabel Archer 1872 mit ihrer Tante nach Europa aufbricht, erhofft sie sich Unabhängigkeit und Freiheit, die sie jedoch erst infolge einer großen Erbschaft tatsächlich erlangen kann. Die junge, selbstbewusste Frau hat viele Verehrer, denen sie immer wieder Absagen erteilt. Ihre sehr romantische Vorstellung von Glück können weder der britische Adlige Lord Warburton noch der amerikanische Industrielle Goodwood erfüllen, die beide um sie werben. Isabel entscheidet sich zunächst für ihre Unabhängigkeit und für die Freundschaft zu ihrem kranken Cousin Ralph.
In Florenz macht Isabel schließlich die schicksalhafte Begegnung ihres Lebens: Sie trifft auf ihren Landsmann Osmond, einen Lebemann, der ihren Vorstellungen zunächst weit mehr zu entsprechen scheint… Isabel beginnt sich auf den rätselhaften Intellektuellen einzulassen, der ihr auch auf einer längeren Reise nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
„Der Lebensweg von Isabel Archer, wie ihn Henry James erzählt, ist ein Erkenntnisweg, eine spirituelle Reise, an deren Ende sie sich der Wahrheit über sich selbst zu stellen vermag.“
Regisseurin Jane Campion
Basierend auf Henry James’ Bildnis einer Dame gelingt es Oscar-Preisträgerin Jane Campion auf vorzügliche Weise, die Romanvorlage in einen visuell eindrucksvollen und darstellerisch beeindruckenden Bilderreigen zu verwandeln. Eine zweifach Oscar-nominierte Meisterleistung mit Starbesetzung.

Über die Regisseurin:
Jane Campion, 1954 in Neuseeland geboren, wurde 1993 für ihren Film Das Piano als erste Frau mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet, nachdem sie dort bereits 1986 für Orangenschalen – Eine Übung in Disziplin den Preis für den besten Kurzfilm erhalten hatte.
1994 folgte der Oscar in der Kategorie bestes Originaldrehbuch für Das Piano. In der Folge galt Campion vielen als wichtigste Filmregisseurin der Gegenwart. Später beschäftigte sie sich hauptsächlich mit Serienstoffen, mit denen sie ebenfalls Aufsehen erregte.


TEE MIT MUSSOLINISonntag, 25.11.2018 11:00 Uhr

UN TE CON MUSSOLINI (Tee mit Mussolini)

Italien/Großbritannien 1999, 117 min. – 35mm – ital./engl. m. dt. Untertiteln
Regie: Franco Zeffirelli
Buch: John Mortimer, Franco Zeffirelli
Kamera: David Watkin
Darsteller: Cher, Judi Dench, Joan Plowright, Maggie Smith, Lily Tomlin
Musik: Alessio Vlad, Stefano Arnaldi

Florenz 1934: Luca wächst ohne Eltern zwischen kulturbegeisterten britischen Ladies auf. Lady Hester, die weltentrückte Arabella und die patente Mary werden unerwartet zu liebevollen Ersatzmüttern für den italienischen Waisen. Als dann noch die schöne, exzentrische Amerikanerin Elsa erscheint, fühlt sich Luca wie im Paradies. Doch das Glück währt nicht lange.
Die Ladies weigern sich, die Terrorakte der Mussolini-Regierung zur Kenntnis zu nehmen, sie wollen partout nicht an einen möglichen Krieg glauben und halten es für ein Gerücht, dass die italienischen Faschisten alle Briten inhaftieren wollen. Doch all das tritt ein. Mussolini weist alle Ausländer aus und die Damen werden unter Arrest gestellt. Luca muss ins Internat und kehrt erst bei Kriegsbeginn zurück. Jetzt ist es an ihm, seinen Freundinnen zu helfen und vor allem die Jüdin Elsa vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren.

Regisseur Franco Zeffirelli verarbeitet in diesem ebenso humorvollen wie bewegenden Werk eigene Kindheitserlebnisse. Der Film ist hochkarätig besetzt, unter anderem mit Maggie Smith, Judi Dench und Cher.

„Die Geschichte des unehelichen Jungen, der im Florenz der 30er Jahre von außergewöhnlichen englischen Ladies großgezogen wird, ist Zeffirellis eigene Geschichte. Schon in den 50er Jahren hatte er vor, seine eigenen Jugenderinnerungen filmisch zu verarbeiten, aber erst fast ein halbes Jahrhundert später hat er sich an die Umsetzung der Idee herangewagt. „Tee mit Mussolini“ ist schliesslich eine Mischung aus Fiktion und tatsächlich Erlebten. Die Teestunde mit Mussolini ist erfunden, aber die verrückten alten Damen hat es wirklich gegeben und sie sind auch das Beste an diesem Film. Britisch vornehm bewahren sie im Kriegs-Chaos die Contenance und trotzen auf ihre Art dem Faschismus. Was Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith (und auch Cher als überkandidelte Amerikanerin) auf der Leinwand bieten, würde Szenenapplaus im Kino verdienen.
Fazit: Ein perfektes Ensemble, eine Geschichte, die mal zu Lachen, mal zum Weinen animiniert und typisch-schwelgerische Zeffirelli Bilder machen Tee mit Mussolini zu einem wunderbaren Kinoerlebnis.“
BR-online


DER GEIGER VON FLORENZSonntag, 30.12.2018 11:00 Uhr

DER GEIGER VON FLORENZ

Deutschland 1926 – 83 min – DCP- Stummfilm – schwarz-weiß
Regie und Buch: Paul Czinner
Kamera: Adolf Schlasy, Arpad Viragh, Otto Kanturek
Darsteller: Elisabeth Bergner, Conrad Veidt, Nora Gregor, Walter Rilla, Grete Mosheim, Ellen Plessow
Neue Filmmusik: Uwe Dierksen

De junge Renée liebt ihren Vater über alles und war sich bisher dessen ungeteilter Aufmerksamkeit sicher. Doch nach einer neuen Hochzeit des Vaters verändern sich die häuslichen Verhältnisse. Getrieben von Eifersucht beginnt das Mädchen einen erbitterten Konkurrenzkampf mit der Stiefmutter. Ein Versöhnungsversuch scheitert und Renée kommt sie in ein Schweizer Pensionat, in dem sie wegen schlechten Benehmens auch die Ferien verbringen soll. In Männerkleidung flieht sie nach Italien und verdient sich als Straßenmusikant in Florenz ein wenig Geld. Ein Maler entdeckt den „Jungen“ als Modell für sein Gemälde „Geiger von Florenz“, das ein großer Erfolg wird. Auf einer Abbildung des Werkes erkennt der Vater seine verschwunden geglaubte Tochter und fährt nach Florenz, um Renée zurück zu holen. Doch der Maler will sich nicht mehr von seinem Modell trennen …

Der Geiger von Florenz ist der zweite Film, der in Zusammenarbeit von Paul Czinner (1890 – 1972) und seiner späteren Ehefrau Elisabeth Bergner (1897 – 1986) entstand. Bergner, eine der berühmtesten deutschen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts, begann nach großen Erfolgen auf den Berliner Bühnen der 1920er-Jahre für das Kino zu arbeiten. Für „Hosenrollen“ war sie aufgrund ihrer androgynen Erscheinung prädestiniert. Czinner schrieb ihr die Rolle der Renée auf den Leib, die Bergner mit virtuoser Vielseitigkeit spielt.
Viele Szenen drehte Czinner an realen Schauplätzen in Florenz, was dem Film eine besonders freie, moderne Atmosphäre verleiht.
Elisabeth Bergner und Paul Czinner emigrierten wegen ihrer jüdischen Herkunft 1933 nach England, wo beide weiter ihren Berufen nachgehen konnten.
Von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung neu restauriert, erlebte Der Geiger von Florenz eine gefeierte zweite Uraufführung als Eröffnungfilm der Ufa-Filmnächte in Berlin im Sommer 2018. Der Frankfurter Musiker und Komponist Uwe Dierksen komponierte für die Tragikomödie eine neue, vielstimmige Ensemblemusik, die elegant und mit einem Schuss Ironie zwischen verschiedenen Musik-Genres changiert.
In dieser neu restaurierten Fassung ist der Film erstmals in München im Kino zu sehen.


ZIMMER MIT AUSSICHTSonntag, 27.01.2019 11:00 Uhr

A ROOM WITH A VIEW (Zimmer mit Aussicht)

Großbritannien 1986 – 116 min. – 35mm – engl. m. dt. Untertiteln
Regie: James Ivory
Buch: Ruth Prawer Jhabvala, nach dem gleichnamigen Roman von E.M. Forster
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Darsteller: Helena Bonham-Carter, Maggie Smith, Denholm Elliott, Julian Sands, Daniel Day-Lewis
Musik: Richard Robbins

Die junge Lucy Honeychurch trifft, von ihrer älteren Cousine als Anstandsdame begleitet, 1907 in Florenz in der Pension Bertolini ein, in der nur Engländer verkehren. Zu ihrem Erschrecken finden sich die beiden Damen in Zimmern ohne Aussicht wieder, doch es sind sogleich zuvorkommende Gentlemen zur Stelle, die versuchen Abhilfe zu schaffen. Die beiden anderen Hotelgäste Mr Emerson und sein Sohn George bieten den jungen Damen einen Tausch ihrer Zimmer an.
Die Bekanntschaft des zwar exzentrischen, doch sehr anziehenden jungen George Emerson hinterlässt einen starken Eindruck bei Lucy. Bald wird sie in ihrer bürgerlichen Selbstsicherheit durch die Begegnung mit ihm verunsichert und beginnt sich zu verlieben. Auf einem gemeinsamen Ausflug wird sie von George unerwartet und stürmisch geküsst. Doch Lucy will ihre Gefühle nicht wahr haben und gelobt auf Veranlassung ihrer Cousine, nach England zurückzukehren, standesgemäß mit einem Landadligen.
Zurück in ihrer Heimat geraten Lucys Gefühle in einen hoffnungslosen Widerstreit mit ihren scheinbar so zielstrebigen Zukunftsplänen. Sie erkennt, dass sie ihr romantisches Erlebnis mit George noch nicht vergessen hat. Schließlich findet sie den Mut, den Konventionen ihrer Gesellschaft zu trotzen.
James Ivorys Film bleibt dem Ton und der Atmosphäre von E.M. Forsters Roman vollkommen treu und schaft auf einzigartige Weise ein humorvoll-bissiges Sittengemälde der englischen Oberschicht um die Jahrhundertwende. Mit brillanten Schauspielern besetzt, wurde diese Filmversion zum Welterfolg. Eine der wirklich gelungenen Literaturverfilmungen, deren Frische und Unmittelbarkeit eine zeitlose Faszination ausstrahlt.

„Die zarte Geschichte eines sich öffnenden Herzens, eine ironische Studie englischer Mentalität und zugleich eine atmosphärische Liebeserklärung an das ausgehende viktorianische Zeitalter.“ ‒ Filmdienst

Zimmer mit Aussicht wurde 1987 dreifach mit dem Oscar ausgezeichnet in den Kategorien:
Bestes Drehbuch nach einer literarischen Vorlage, Beste Kostüme, Beste Ausstattung.

Über den Regisseur:
James Ivory wurde ab den 1980er Jahren mit aufwendigen und stilsicheren Verfilmungen literarischer Vorlagen, vor allem aus England, bekannt.
2017 verfasste Ivory das Drehbuch des sehr erfolgreichen Dramas Call Me by Your Name, das er auch mitproduzierte und das ihm unter anderem erneut den Oscar, sowie den British Film Award einbrachte.



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