LE COCHON DE GAZA (Das Schwein von Gaza)

Das Schwein von Gaza - Alamode
Frankr./BRD/Belgien 2011 – arab./engl. O.m.U. – 98 Min. – Kamera: Romain Winding – Musik: Aqualactica, Boogie Balagan – Buch und Regie: Sylvain Estibal. – Mit Sasson Gabay, Baya Belal, Myriam Tekaïa, Gassan Abbas, Ulrich Tukur und die Schweine Charlotte & Babe.
Das Schwein von Gaza gewann den französischen Filmpreis „César“ 2012 als bester Debütfilm.
Der Fischer Jafaar hat es nicht leicht: Statt großer Fische geht ihm bloß Unrat und plötzlich sogar ein Schwein ins Netz, das in der stürmischen letzten Nacht von einem Frachter gefallen war. Jafaar ist panisch, fassungslos und hat keine Ahnung, was er mit diesem Fang machen soll, denn Schweine gelten in Gaza als unreine Tiere und sind mehr als unerwünscht – darin sind sich die jüdische und die palästinensische Bevölkerung ausnahmsweise einig.
Sein erster Plan ist es, das unreine Tier von Bord zu locken, doch das misslingt. Sein nächster Plan ist es, das „Big“ an den deutschen UN-Beamten Schauerland zu verkaufen, doch auch der hat kein Interesse an einem lebendigen Schwein. Nun hat Jafaar ein gewaltiges Problem, und sucht Rat bei seinem Freund, dem Friseur, der ihm eine Kalaschnikow verspricht, damit er das unglückselige Tier erschießen kann. Um doch noch aus seiner Misere einen kleinen Gewinn schlagen zu können, versucht der Fischer, sein „sehr schön-hässliches Schwein“ an die Israelis zu verkaufen, wird aber gar nicht erst am Grenzposten vorbeigelassen. Es beginnt ein skurriler, aber nicht ungefährlichen Handel, der die klägliche Existenz Jafaars verbessern wird.
Das Schwein von Gaza ist eine herzerfrischende und kluge Komödie über den Nahen Osten. Regisseur Sylvain Estibal gelingt es mit seinem befreienden Humor und einem „Schwein im Schafspelz“, manche nicht überwindbar erscheinende Hürde zu sprengen.
