KINSHASA SYMPHONY

Edition Salzgeber - Kinshasa Symphony

Edition Salzgeber - Kinshasa Symphony

 

BRD 2010 – O.m.U. – 95 Min. – Kamera: Martin Baer – Musik: Jan Tilman Schade – Buch: Claus Wischmann – Regie: Claus Wischmann, Martin Baer.

 

In völliger Dunkelheit spielen 200 Orchestermusiker Beethovens Neunte – „Freude schöner Götterfunken“. Ein Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme wie dieses sind noch die kleinste Sorge des einzigen Symphonieorchesters in Zentralafrika. In den fünfzehn Jahren seiner Existenz haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Kinshasa Symphony zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester. Ein Film über den Kongo, über die Menschen und über die Musik.

 

Die meisten Orchestermitglieder sind Autodidakten und Amateure. Selbst für diejenigen, die das Glück haben, über eine Berufsausbildung und halbwegs geregelte Arbeit zu verfügen, ist der Alltag in der Zehn-Millionen-Metropole Kinshasa ein Kampf ums Überleben. Für viele beginnt der Arbeitstag um sechs Uhr morgens, oft noch weit früher für diejenigen, die sich die Fahrt im Sammeltaxi nicht leisten können und ihren kilometerlangen Arbeitsweg zu Fuß zurücklegen. Trotzdem wird abends bis in die Nacht hinein geprobt – und das praktisch jeden Tag.

 

Joseph Masunda Lutete ist Elektriker und Friseur. Im Orchester ist er für die Bratsche und für das Licht zuständig. Wenn bei den Proben wieder einmal der Strom ausfällt, ist Joseph gefragt. Um den Widrigkeiten der Elektrizitätsversorgung in Kinshasa zu trotzen, hat er für seinen Friseursalon einen Rasierapparat mit besonders langer Akkulaufzeit angeschafft. Nathalie Bahati – Querflötistin – sucht nach einer neuen Wohnung für sich und ihren kleinen Sohn. Kein einfaches Unterfangen in einem Moloch wie Kinshasa und mit wenig Geld in der Tasche.

 

Zum Unabhängigkeitstag der Demokratischen Republik Kongo plant das Orchester ein großes Open Air Konzert. Mehrere tausend Zuschauer werden erwartet. Nur wenige haben Erfahrung mit klassischer Musik. Auf dem Programm: Beethovens Neunte, Carmina Burana, Werke von Dvorak und Verdi. Doch Dirigent Diangienda weiß: Noch klingen die heiklen Musikpassagen nicht sehr überzeugend.

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