SÉRAPHINE

Arsenal - Seraphine

Arsenal - Seraphine

Frankreich 2008 – frz. O.m.U. – 125 Min. – Kamera: Laurent Brunet – Musik: Michael Galasso – Buch: Martin Provost, Marc Abdelnour – Regie: Martin Provost. – Mit Yolande Moreau, Ulrich Tukur, Anne Bennent, Geneviève Mnich, Nico Rogner, Adélaïde Leroux, Serge Larivière, Françoise Lebrun.

Ausgezeichnet mit 7 Césars: Beste Hauptdarstellerin, Bester Film, Bestes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Kostüme, Beste Ausstattung, Beste Musik.

1912 zieht der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde in das Städtchen Senlis, um sich dem Schreiben zu widmen und sich vom hektischen Leben in Paris zu erholen. Als Haushälterin stellt er die widerborstige und unscheinbare Séraphine ein.
Eines Tages entdeckt er bei Nachbarn ein kleines auf Holz gemaltes Bild, das ihn sogleich fasziniert. Zu seiner großen Überraschung stellt sich heraus, dass das Bild von seiner Haushälterin Séraphine gemalt worden ist. Von den unkonventionellen Werken begeistert, beschließt der Kunstkenner Uhde, der als Entdecker von Picasso und Rousseau gilt, die eigenwillige und von ihren Mitmenschen belächelte Séraphine zu fördern.

Mit Séraphine gelingt Martin Provost ein überzeugendes filmisches Porträt der wichtigen, aber immer noch weitgehend unbekannten Künstlerin Séraphine Louis – einer der zentralen Vertreterinnen der „Naiven Kunst“. In Frankreich avancierte der Film innerhalb kurzer Zeit zum Publikumsliebling und gewann 2009 sieben Césars – darunter diejenigen für den Besten Film, das Beste Drehbuch sowie die Beste Kamera. Yolande Moreau wurde für ihre zu Recht gefeierte Interpretation der Séraphine mit dem César für die Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

„Séraphine war eine einfache Putzfrau – schlimmer noch: ein Mädchen für alles –, die heimlich ungewöhnliche Dinge malte und über die sich alle lustig machten. Sie stand damals auf der sozialen Leiter ganz unten. Aber es war ihr egal. Nichts konnte sie aufhalten. Sie behauptete gegen alle Widerstände ihre Autonomie, im Verborgenen  ihres kleinen Zimmers blühte ihr Innenleben, auch wenn sie dafür die undankbarsten Arbeiten annehmen musste.“  Martin Provost