AU REVOIR 35 mm
vom 16.05. – 29.05.2013
Die Theatiner Filmkunst hat sich von Anbeginn dem zeitgenössischen Autorenfilm gewidmet, und wird sich nun auch der neuesten Kinotechnik anpassen, um Ihnen
weiterhin Filmkunst auf hohem Niveau präsentieren zu können. Daher wird das Kino in Kürze digitalisiert sein, aber keineswegs auf seine analoge 35mm-Projektion verzichten.
Da unsere Leidenschaft immer dem Zelluloid galt und nach wie vor gilt, zeigen wir vom 16.05. bis 29.05.2013 nochmals eine Reihe mit klassischen Filmen aus dem einstigen Repertoire der Neuen Filmkunst Walter Kirchner/Die Lupe in den original 35mm-Kopien, die allesamt für die Geschichte unseres Kinos von großer Bedeutung sind.
NORTH BY NORTH WEST (Der unsichtbare Dritte)
Montag, 20.05. um 15.45 Uhr und
Dienstag, 21.05. um 18.15 Uhr
USA 1959 – Regie: Alfred Hitchcock – Mit Cary Grant, Eva Marie Saint, James Mason – 136 Minuten – Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
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LE MÉPRIS (Die Verachtung)
Montag, 20.05. um 18.30 Uhr und
Dienstag, 21.05. um 16.00 Uhr
Frankreich/Italien 1963 – Regie: Jean-Luc Godard nach Alberto Moravia, mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance, Fritz Lang – 95 Minuten – Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
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CAPRIOLEN
Mittwoch, 22.05. um 16.00 Uhr und
Donnerstag, 23.05. um 18.30 Uhr
Deutschland 1937 – Regie: Gustaf Gründgens – Mit Gustaf Gründgens, Marianne Hoppe – 86 Minuten – Deutsche Originalfassung
MADAME DE (Madame de)
Mittwoch, 22.05. um 18.30 Uhr und
Donnerstag, 23.05. um 16.00 Uhr
Frankreich/Italien 1953 – Regie: Max Ophüls – Mit Charles Boyer, Danielle Darrieux – 105 Minuten – Deutsche Fassung
IL DESERTO ROSSO (Die rote Wüste)
Freitag, 24.05. um 16.00 Uhr und
Samstag, 25.05. um 18.30 Uhr
Italien/Frankreich 1963/64 – Regie: Michelangelo Antonioni – Mit Monica Vitti, Richard Harris – 117 Minuten – Deutsche Fassung
WEEK-END (Week-end)
Freitag, 24.05. um 18.30 Uhr und
Samstag, 25.05. um 16.00 Uhr
Frankreich 1967 – Regie: Jean-Luc Godard – Mit Mireille Darc, Jean Yanne, Valerie, Lagrange – 103 Minuten – Deutsche Fassung
LA DOLCE VITA (Das süße Leben)
Sonntag, den 26.05. um 11.00 Uhr
Italien/Frankreich 1959 – Regie: Federico Fellini – Mit Marcello Mastroianni, Anita Ekberg – 176 Minuten – Deutsche Fassung
SANSHO DAYU – Ein Leben ohne Freiheit
Sonntag, 26.05. um 16.15 Uhr und
Montag, 27.05. um 18.15 Uhr
Japan 1954 – Regie: Kenji Mizoguchi. – Mit Mit Kinuyo Tanaka, Yoshiaki Hanayagi. – 124 min..Japanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU).
NEL NOME DEL PADRE (Im Namen des Vaters)
Sonntag, 26.05. um 18.30 Uhr und
Montag, 27.05. um 16.00 Uhr
Italien 1972 – Regie: Marco Bellocchio – Mit Yves Beneyton, Renato Scarpa, Lou Castel – 115 Minuten – Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
CLÉO DE 5 À 7 (Cléo – Mittwoch zwischen 5 und 7)
Dienstag, 28.05. um 16.00 Uhr und
Mittwoch, 29.05. um 18.30 Uhr
Frankreich/Italien 1961 – Regie: Agnès Varda – Mit Corinne Marchand, Antoine Bourseiller, Dominique Davray – 90 Minuten – Deutsche Fassung
BELLE DE JOUR (Belle de jour)
Dienstag, 28.05. um 18.30 Uhr und
Mittwoch, 29.05. um 16.00 Uhr
Frankreich/Italien 1967 – Regie: Luis Buñuel – Mit Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli – 101 Minuten – Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln (OmU)
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Voraussichtlich ab 23. Mai in Erstaufführung:
Sergio Rubini
LA TERRA
Italien – ital. O.m.U. – 112 Min. – Kamera: Fabio Cianchetti – Musik: Pino Donaggio – Buch: Angelo Pasquini, Carla Cavalluzzi, Sergio Rubini – Regie: Sergio Rubini. – Mit Fabrizio Bentivoglio, Paolo Briguglia, Giovanna di Rauso, Sergio Rubini.
Publikumspreis Filmtournee „Cinema Italia“.
Eigentlich hat Luigi bereits vor vielen Jahren seiner apulischen Heimat den Rücken gekehrt und sich in Mailand eine ordentliche Universitätslaufbahn erarbeitet. Doch nun muss der Professor für Philosophie zurück in seinen Geburtsort Mesagne: der Familiensitz soll verkauft werden, und dazu werden die Unterschriften aller vier Brüder benötigt. Eigentlich nur eine Formalität. Kaum in der Heimat angekommen, wird Luigi in ein kompliziertes Geflecht aus Intrigen, offenen Rechnungen und unausgesprochenen Gefühlen hineingezogen, das sich während seiner Abwesenheit manifestiert hat. Schlimmer noch: im Hintergrund zieht der kriminelle Tonino die Strippen und erpresst das ganze Dorf mit seinen Machenschaften. Und auch Luigis Brüder haben beileibe keine weißen Westen …
Eine spannende Familien- und Kriminalgeschichte mit vielen Zwischentönen und teils schwarzem Humor, in der auch tiefere Gefühle wie Identität und Leidenschaft nicht zu kurz kommen. In der rauen Schönheit der apulischen Landschaft und der scheinbaren Dorfidylle werden dramatische Konflikte ausgetragen. Regisseur Sergio Rubini, der mit lustvoller Grandezza die Rolle des Kleingangsters Tonino spielt, stammt selber aus Apulien und kennt seine Landsleute ganz genau.
Die Rolle des Luigi wird von Fabrizio Bentivoglio, einem der populärsten italienischen Schauspieler, verkörpert. Die Musik schrieb der berühmte Filmkomponist und Liedermacher Pino Donaggio, von dem u.a. die preisgekrönte Filmmusik zu „Don’t Look Now/Wenn die Gondeln Trauer tragen“ von Nicholas Roeg stammt und der mehrfach mit Brian De Palma, Dario Argento und Michele Placido zusammengearbeitet hat.
„In La terra wird der Süden wird zur dramatischen Kulisse leidenschaftlicher Verstrickungen, zu einem finis terrae, einem fantastischen Ort jenseits aller Vorstellungskraft, an dem keine Gesetze mehr gelten und das Rationale nicht real ist.“ Silvana Silvestri, Il Manifesto
Voraussichtlich ab 30. Mai in Erstaufführung:
Olivier Assayas
APRÉS MAI (Die wilde Zeit)
Frankreich 2012 – frz. O.m.U. – 122 Min. – Kamera: Eric Gautier, AFC – Buch und Regie: Olivier Assayas. – Mit Clément Métayer, Lola Créton, Felix Armand, Carole Combes, India Salvor Menuez, Hugo Conzelmann, Mathias Renou, Léa Rougeron, Martin Loizillon, Andre Marcon, Johnny Flynn, Dolorès Chaplin.
Internationale Filmfestspiele, Venedig 2012: Bestes Drehbuch.
Paris in den frühen 1970er Jahren. Gilles, ein junger Student, lässt sich von der politisch aufgeladenen und kreativen Aufbruchstimmung seiner Zeit mitreißen und engagiert sich mit seinen Freunden für eine neue Gesellschaftsordnung. Dabei lernt er Christine kennen, die für die gleiche Sache kämpft wie er, und verliebt sich in sie. Neben der Liebe entdeckt er die Welt der Kunst und sein Interesse für Malerei und Film. Selbst sehr talentiert erkennt Gilles, dass die Zeit gekommen ist, seinem Leben eine Richtung zu geben und sucht, hin und her gerissen zwischen der Liebe zu Christine, seinen Freunden, seinen politischen Überzeugungen und seinen ganz persönlichen Träumen seinen eigenen Weg. Es sind bewegte Zeiten, und er muss klare Entscheidungen treffen, um den richtigen Platz im Leben zu finden …
Nach Carlos – Der Schakal, seinem gefeierten letzten Film, bleibt Olivier Assayas mit Die wilde Zeit den ereignisreichen 1970er Jahren treu, erzählt diesmal aber eine autobiografisch angelehnte und damit auch sehr persönliche Geschichte. Sehnsuchtsvoll, leidenschaftlich und in träumerisch stimmungsvollen Bildern blickt er in seinem Film zurück auf eine Zeit, in der alles möglich zu sein scheint, in der sich alles verändert, sich manche Träume erfüllen und andere als Illusionen erweisen, und in der Entscheidungen für ein ganzes Leben getroffen werden.
Voraussichtlich ab 6. Juni in Erstaufführung:
Alain Resnais
VOUS N‘AVEZ ENCORE RIEN VU (Ihr werdet euch noch wundern)
Frankreich/Deutschland 2012 – frz. O.m.U. – 115 Min. – Kamera: Eric Gautier – Buch: Laurent Herbiet und Alex Revali, nach dem Theaterstück „Eurydike“ von Jean Anouilh – Regie: Alain Resnais. – Mit Sabine Azema, Anne Consigny, Pierre Arditi, Lambert Wilson, Michel Vuillermoz, Michel Piccoli, Anny Duperey, Mathieu Amalric, Hippolyte Girardot, Jean-Chretien Sibertin-Blanc.
Nach dem Tod des gefeierten Theaterautors Antonie d’Anthac erhalten seine Freunde eine Einladung in sein Landhaus. Hier teilt ihnen der Verstorbene per Video seinen letzten Wunsch mit. Alle der versammelten Freunde haben über Jahre in Antoines Stück „Eurydice“ mitgewirkt und sollen für ihn eine letzte Entscheidung treffen: Eine junge Theatertruppe hat einen Mitschnitt ihrer Proben zu „Eurydice“ geschickt, um von Antoine die Erlaubnis zur Aufführung zu bekommen. Kaum sehen die Freunde ihre Figuren auf der Leinwand, sind auch sie wieder in ihren Rollen gefangen, aber das bleibt nicht die letzte Überraschung, die an diesem Abend auf sie wartet.
Ein verschmitztes, hintersinniges Werk, das sich Falltür um Falltür neue Ebenen öffnet und dabei Film und Theater miteinander verschmelzen lässt. Der mittlerweile 90-jährige Regiealtmeister Alain Resnais feierte mit Ihr werden euch noch wundern seine Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes.
Ihr werden euch noch wundern gleicht einem filmischen Abschiedsbrief – mit einem Augenzwinkern inszeniert der französische Meisterregisseur Alain Resnais (Letztes Jahr in Marienbad) humorvoll bis leise-melancholisch Reflexionen über das Leben, das Theater und den Tod. Seine wichtigsten und treuesten filmischen Weggefährten versammelt Alain Resnais in diesem Werk.
Voraussichtlich ab 13. Juni in Erstaufführung:
Frédéric Fonteyne
TANGO LIBRE
Belgien/Luxemburg/Frankr. 2012 – frz. O.m.U. – 105 Min. – Kamera: Virgine Saint Martin, S.B.C. – Buch: Anne Paulicevich – Regie: Frédéric Fonteyne. – Mit François Damiens, Sergi López, Jan Hammenecker, Anne Paulicevich, Zacharie Chasseriaud, Mariano „Chicho“ Frumboli.
Jean-Christophe, von allen nur „JC“ genannt, erfüllt beruflich wie privat alle erforderlichen Charaktereigenschaften eines Gefängniswärters. Unter ständiger Selbstkontrolle stehend bewegt er sich lautlos und kaum wahrnehmbar wie ein Schatten durch die Gefängnisräume, selbst kaum von seiner Umwelt beachtet fügt er sich voll und ganz in die Rolle des Beobachters, er überwacht, kontrolliert, sich selbst ebenso wie andere mit strengster Akribie. JC ist der klassische Einzelgänger, emotionale Beziehungen zu anderen – abgesehen von seinem Goldfisch, den er seit 15 Jahren pflegt und hegt – sind in seinem Leben ebenso wenig vorhanden wie eine funktionierende Interaktion zwischen Verstand und Herz.
Auch der wöchentliche Tangokurs ändert an dieser gekappten Verbindung zunächst nichts, JC tanzt und übt und strebt dabei doch nur technische Perfektion an – bis Alice auftaucht, eine attraktive Frau, der es nach dem ersten gemeinsamen Tanz gelingt, JC aus seiner selbst erbauten Zelle zu locken, indem sie ihm wortlos zu verstehen gibt, was das Wesen des Tangos ausmacht: der nahtlose Übergang von seelischem in körperlichen Ausdruck, verbunden mit einem Wechsel-spiel zwischen Nähe und Distanz, Verführung und Zurückweisung, ein Spiel, das sich ganz in der Sprache des Körpers und der Blicke äußert …
Und so ist es Alice, die nicht nur JCs komplette Wahrnehmung auf den Kopf stellt, seinen nüchtern-kontrollierenden Blick zu einem begehrenden macht, sondern ihn hineinzieht in einen komplizierten, hochemotionalen Wirbel aus Leidenschaft und Eifersucht, aus dem sich ein Machtkampf unter Männern um die Gunst des Objekts der Begierde, um Alice, entspinnt …
