Ab 9. September in ErstauffĂŒhrung:
François Ozon
LE REFUGE (RĂŒckkehr ans Meer)
Frankreich 2009 - frz. O.m.U. - 90 Min. - Kamera: Mathias Raaflaub - Musik: Louis-Ronan Choisy - Buch: François Ozon, Mathieu Hippeau - Regie: François Ozon. - Mit Isabelle Carré, Louis-Ronan Choisy, Pierre Louis-Calixte, Melvil Poupaud, Claire Vernet, Jean-Pierre Andréani, Marie RiviÚre, JérÎme Kircher, Nicolas Moreau, Emile Berling, Maurice Antoni.
Mousse und Louis sind jung, schön, reich und verliebt. Doch Drogen haben ihr Leben verseucht. Eines Tages nehmen sie eine Ăberdosis und Louis stirbt. Mousse ĂŒberlebt und erfĂ€hrt im Krankenhaus, dass sie schwanger ist. Verzweifelt verlĂ€sst sie Paris und zieht sich in ein Haus am Meer zurĂŒck.Einige Monate spĂ€ter besucht sie Louisâ Bruder Paul in ihrem Refugium.
Mousse und Paul sind zwei Menschen, die nichts gemeinsam haben und sich normalerweise nicht getroffen hĂ€tten, und doch helfen sie einander, vertrauen sich. Sie sind beide AuĂenseiter, die sich noch selbst finden mĂŒssen.
âFĂŒr mich ist RĂŒckkehr ans Meer die Geschichte eines Heilungsprozesses, der brutal und schmerzvoll ist, aber die Geschichte ist sehr behutsam erzĂ€hlt. Es ist auch ein Film ĂŒber Verlust und wie man ohne bestimmte Dinge zurecht kommt: ohne Drogen, ohne Liebe, ohne jemanden.â François Ozon
Keiner wechselt die Genres so gekonnt wie der französische Starregisseur François Ozon. In seinem jĂŒngsten Film Le Refuge ĂŒberzeugt der groĂe Stilist und Frauenregisseur nach KostĂŒmfilm, Thriller, Melodram und seinem gewagten Mix aus Sozialdrama und Fantasy (Ricky) mit einem zĂ€rtlich schwebendem Kammerspiel. Erneut fasziniert den 42jĂ€hrigen das Wunder um Schwangerschaft und Geburt samt ungewöhnlicher Liebesbeziehungen.
In seinem jĂŒngsten Film ĂŒberzeugt der Stilist und Frauenregisseur mit einem zĂ€rtlich schwebenden Kammerspiel. Programmkino.de
Ab 16. September in ErstauffĂŒhrung:
Benoßt Delépine, Gustave Kervern
MAMMUTH
Frankreich 2010 - frz. O.m.U. - 92 Min. - Kamera: Hugues Poulain - Musik: Gaetan Roussel - Buch und Regie: Benoßt Delépine, Gustave Kervern. - Mit Gérard Depardieu, Yolande Moreau, Isabelle Adjani, Benoit Poelvoorde, Miss Ming, Albert Delpy, Gustave Kervern, Bernard Geoffrey.
Die letzten Jahre hat er im Schlachthof Schweine zerlegt â nun ist er Rentner. Und weil ihm wichtige Arbeitsnachweise von frĂŒher fehlen und ihm daheim die Decke auf den Kopf fĂ€llt, startet Mammuth auf seinem alten Motorrad, einer MĂŒnch-Mammut aus den 70er Jahren, die ihm einst zu seinem Spitznamen verhalf, eine Reise zu seinen ehemaligen Arbeitsstellen.
Immer wieder erscheint Mammuth auf seiner Reise seine ehemalige Geliebte und wir erfahren, dass sie seine groĂe Liebe gewesen sein muss, die nach einem tragischen Motorradunfall mit ihm starb. Seine Liebe zu seiner Frau Catherine wird derweil auf die Probe gestellt.
Der Trip fĂŒhrt den gutmĂŒtigen Riesen zurĂŒck in seine Vergangenheit und lĂ€sst ihn die traurige Wahrheit spĂŒren, dass er von niemandem jemals wirklich ernst genommen wurde â bis heute. Er nĂ€hert sich den frĂŒheren Arbeitsstellen seiner alten Heimat und findet im Haus seines Bruders, den er Jahrzehnte nicht gesehen hat, seine Nichte Miss Ming â eine weltferne, somnambule TagtrĂ€umerin und Assemblage-KĂŒnstlerin in ihrem Puppenreich. Sie liebt ihn, seinen Duft und seine Nase auf ihre â und er sie auf seine unschuldige Weise.
Die Nichte schenkt ihm eine ihrer Skulpturen: âDas bist du. ĂuĂerlich ein Riese. Innen alles weich. Ein Elefant ist dein Herz und Kaninchen sind deine HĂ€nde, ein SeidenĂ€ffchen ist dein Schniedel.â
Ăber Miss Ming findet er Zugang zu jungen Menschen, die Kunstausstellungen besuchen, auf dem Wasserturm kiffen und sich danach auf dem Golfplatz in die Löcher erleichtern.
Mammuth erkennt: âZum ersten Mal kann ich atmen.â Alles wird gut sein am Ende dieser wundersamen und auch wundervollen Reise zum eigenen Ich.
Mammuth wird nicht nur sich entdecken, sondern auch die Liebe zu Catherine wiedergefunden haben.
Matinee ab 23. September âšin ErstauffĂŒhrung:
Claus Wischmann, Martin Baer
KINSHASA SYMPHONY
BRD 2010 - O.m.U. - 95 Min. - Kamera: Martin Baer - Musik: Jan Tilman Schade - Buch: Claus Wischmann - Regie: Claus Wischmann, Martin Baer.
In völliger Dunkelheit spielen 200 Orchestermusiker Beethovens Neunte â âFreude schöner Götterfunkenâ. Ein Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme wie dieses sind noch die kleinste Sorge des einzigen Symphonieorchesters in Zentralafrika. In den fĂŒnfzehn Jahren seiner Existenz haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg ĂŒberlebt. Doch da ist die Konzentration auf die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Kinshasa Symphony zeigt Menschen in einer der chaotischsten StĂ€dte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester. Ein Film ĂŒber den Kongo, ĂŒber die Menschen und ĂŒber die Musik.
Die meisten Orchestermitglieder sind Autodidakten und Amateure. Selbst fĂŒr diejenigen, die das GlĂŒck haben, ĂŒber eine Berufsausbildung und halbwegs geregelte Arbeit zu verfĂŒgen, ist der Alltag in der Zehn-Millionen-Metropole Kinshasa ein Kampf ums Ăberleben. FĂŒr viele beginnt der Arbeitstag um sechs Uhr morgens, oft noch weit frĂŒher fĂŒr diejenigen, die sich die Fahrt im Sammeltaxi nicht leisten können und ihren kilometerlangen Arbeitsweg zu FuĂ zurĂŒcklegen. Trotzdem wird abends bis in die Nacht hinein geprobt â und das praktisch jeden Tag.
Joseph Masunda Lutete ist Elektriker und Friseur. Im Orchester ist er fĂŒr die Bratsche und fĂŒr das Licht zustĂ€ndig. Wenn bei den Proben wieder einmal der Strom ausfĂ€llt, ist Joseph gefragt. Um den Widrigkeiten der ElektrizitĂ€tsversorgung in Kinshasa zu trotzen, hat er fĂŒr seinen Friseursalon einen Rasierapparat mit besonders langer Akkulaufzeit angeschafft. Nathalie Bahati â Querflötistin â sucht nach einer neuen Wohnung fĂŒr sich und ihren kleinen Sohn. Kein einfaches Unterfangen in einem Moloch wie Kinshasa und mit wenig Geld in der Tasche.
Zum UnabhĂ€ngigkeitstag der Demokratischen Republik Kongo plant das Orchester ein groĂes Open Air Konzert. Mehrere tausend Zuschauer werden erwartet. Nur wenige haben Erfahrung mit klassischer Musik. Auf dem Programm: Beethovens Neunte, Carmina Burana, Werke von Dvorak und Verdi. Doch Dirigent Diangienda weiĂ: Noch klingen die heiklen Musikpassagen nicht sehr ĂŒberzeugend.
CINEMA! ITALIA!
Vom 30.â9. bis 6.â10. in ErstauffĂŒhrung: CINEMA! ITALIA!
Cinema! Italia! ist eine jÀhrliche Festival-Tournee mit neuen italienischen Filmen durch ganz Deutschland. Dieses Jahr werden sechs neue italienische Produktionen (im Original mit deutschen Untertiteln) prÀsentiert, die in ihrem Heimatland bereits erfolgreich gestartet sind, auf vielen Festivals teilgenommen haben und in den meisten FÀllen auch preisgekrönt sind.
30. September
LâUOMO NERO âš(Der Mann in Schwarz)
Italien 2009 - 117 Min. - OmdtU. - Kamera: Fabio Cianchetti - Musik: Nicola Piovani - Buch: Domenico Starnone, Carla Cavalluzzi, Sergio Rubini - Regie: Sergio Rubini. - Mit Sergio Rubini, Valeria Golino, Riccardo Scamarcio, Fabrizio Gifuni, Guido Giaquinto, Margherita Buy.
1. + 3. Oktober:
MAR NERO âš(Die Reise ans Schwarze Meer)
Italien 2009 - 90 Min. - OmdtU. - Kamera: Gigi Martinucci - Musik: Enzo Casucci, Guy Klucevsek - Buch: Ugo Chiti - Regie: Federico Bondi. - Mit Ilaria Occhini, Dorotheea Petre, Corso Salani, Vladimir Ivanov, Maia Morgenstern, Theodor Danetti, Vincenzo Versari, Giuliana Colzi, Marius Silagiy.
2. Oktober:
COSMONAUTA âš(Die Kosmonautin)
Italien 2009 - 85 Min.- OmdtU. - Kamera: Gherardo Gossi - Musik: Gatto Ciliegia contro il Grande Freddo, Max Casacci - Buch: Susanna Nicchiarelli, Teresa Ciabatti - Regie: Susanna Nicchiarelli. - Mit Miriana RaschillÀ, Claudia Pandolfi, Sergio Rubini, Pietro Del Giudice, Susanna Nicchiarelli, Angelo Orlando.
4. Oktober:
GENERAZIONE MILLE EURO âš(Die 1000 Euro-Generation)
Italien 2009 - 101 Min. - OmdtU. - Kamera: Italo Petriccione - Musik: Giuliano Taviani, Carmelo Travia - Buch: Massimo Venier, Federica Pontremoli, unter Mitarbeit von Fabio Di Iorio; nach dem Buch von Antonio Incorvaia und Alessandro Rimassa - Regie: Massimo Venier. - Mit Alessandro Tiberi, Valentina Lodovini, Carolina Crescentini, Francesco Mandelli, Francesco Brandi, Francesca Inaudi, Paolo Villaggio.
5. Oktober:
FORTAPĂSC âš(Fort Apache)
Italien 2009 - 106 Min. - OmdtU. - Kamera: Marco Onorato - Musik: Franco Piersanti - Buch: Jim Carrington, Andrea Purgatori, Marco Risi - Regie: Marco Risi. - Mit Libero De Rienzo, Valentina Lodovini, Michele Riondino, Massimiliano Gallo, Ernesto Mahieux, Salvatore Cantalupo, Gigio Morra, Gianfranco Gallo, Antonio Buonomo, Ennio Fantastichini.
6. Oktober:
QUESTIONE DI CUORE âš(Eine Sache Des Herzens)
Italien 2009 - 110 Min. - OmdtU. - Kamera: Fabio Zamarion - Musik: Battista Lena - Buch: Francesca Archibugi, nach dem Roman von Umberto Contarello, unter Mitarbeit von Guido Iuculano - Regie: Francesca Archibugi. - Mit Kim Rossi Stuart, Antonio Albanese, Micaela Ramazzotti, Francesca Inaudi, Chiara Noschese, Paolo Villaggio, Andrea Calligari, Nelsi Xhemalaj.
DemnĂ€chst in ErstauffĂŒhrung:
Tania Hermida
QUĂ TAN LEJOS? âš(Wie weit noch?)
Ecuador 2008 - span. O.m.U. - 92 Min. - Kamera: Armando Salazar - Musik: Nelson GarcĂa - Regie: Tania Hermida. - Mit Cecilia Vallejo, Tania Martinez, Pancho Aguirre, Fausto Miño.
Ecuador und die Anden sind der Schauplatz fĂŒr dieses Roadmovie, in dem zwei junge Frauen unterwegs sind nach Cuenca, der friedlichen Gartenstadt im SĂŒden. Esperanza kommt aus Spanien und will hier in Ecuador mit dem âLonely Planetâ im Rucksack eine andere Welt entdecken. Teresa lebt in Quito, der Hauptstadt, und mag es nicht, wenn man ihr Land nur in jenen Klischees betrachtet, die die ReisebĂŒcher verbreiten. Sie ist unterwegs, um ihren Freund in Cuenca daran zu hindern, eine andere Frau zu heiraten.
Der Zufall bringt die beiden jungen Frauen im Bus zusammen. Unterwegs lernen sie sich und zwei sehr unterschiedliche MĂ€nner kennen. Sie durchqueren die halluzinierende Bergwelt Ecuadors und fahren an die KĂŒste, weil ein Streik den Verkehr lahmgelegt hat.
Ein vergnĂŒglicher und anregender Film ĂŒber das Reisen, das Unterwegssein und ĂŒber Begegnungen zwischen Menschen.
Regisseurin Tania Hermida hat mit Wie weit noch? â QuĂ© tan lejos den erfolgreichsten Film in ihrer Heimat gedreht. Einzigartig, wie sie die Orte und die Landschaften zeigt, die Beziehungen zwischen den Personen entwickelt. Tania Hermida zeigt, dass sich ein Land am besten neben den Postkartenbildern entdecken lĂ€sst. Sie plĂ€diert fĂŒr ein Reisen, das offen ist fĂŒr die kleinen Zeichen des Alltags. Die finden sich ganz einfach â und einfach ĂŒberall.
